Wie du innere Zufriedenheit erreichst und zur Ruhe kommst

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Wie du innere Zufriedenheit erreichst und zur Ruhe kommst

Wie wäre es, wenn du jeden Morgen beim Aufwachen innere Zufriedenheit und Ruhe wahrnehmen könntest, den Tag über dein Glück genießen und mit anderen deine Freude am Leben teilen könntest?

Ein Idealzustand, wenn da nicht unser Gehirn wäre….

 

Das Gehirn

Auch wenn das oben beschriebene Szenario erstrebenswert wäre, so ist unser Gehirn nicht dazu ausgelegt, uns in einem permanenten Zustand der Freude, des Glücks und der Zufriendenheit zu halten. Seine eigentliche Aufgabe ist es, unser Leben zu schützen und möglichen Bedrohungen zuvorzukommen.

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Auch wenn das Gehirn sehr komplex und hoch entwickelt ist, neigt es dazu nach immer den gleichen Mustern zu reagieren.

Eines dieser Muster, die uns Menschen bereits in Urzeiten das Leben sicherte, ist sich gegenüber Negativem wie ein Klettverschluss und gegenüber Positivem wie Teflon zu verhalten. Das bedeutet, das Negative begleitet uns ziemlich lange, haftet quasi an uns, indem wie immer und immer wieder darüber nachgrübeln und letztlich auf diese Gedanken reagieren. Das Positive ist leider viel zu oft wieder ganz schnell vergessen.

 

Gefühle

Um positive Gefühlszustände dauerhaft zu etablieren, unternehmen viele von uns alles Mögliche, um unangenehme Gefühle zu vermeiden. Wenn wir beispielsweise im Stau stehen oder in der Bahn sitzen, nutzen wir unser Mobiltelefon, um uns abzulenken, damit wir uns nicht langweilen müssen.

Das Leben wird jedoch immer wieder Situationen bereithalten, in denen wir ängstlich, wütend, gelangweilt oder traurig sind. Abhängig von unseren Konditionierungen werden wir einige diese Gefühle intensiver erleben als andere. Herausfordernd wird es immer dann werden, wenn wir diese natürlichen menschlichen Tendenzen nicht akzeptieren und stattdessen zwanghaft versuchen, sie auszuschließen oder abzustellen.

Viele von uns versuchen nicht nur, unangenehme Gefühle zu vermeiden, sondern befinden sich zudem ständig auf der Jagd nach befriedigenden Gefühlen, Zufriedenheit stellt sich hierbei jedoch nicht ein.

Leider werden sich diese positiven Gefühle, egal wie sehr wir versuchen, sie festzuhalten, irgendwann ändern oder verschwinden. Dieser „Jagdtrieb“ endet zwangsläufig in Enttäuschung oder Verzweiflung. Vielleicht ist genau dieses Wechselspiel von Jagd nach positiven Gefühlen und Enttäuschung die Quelle von Angst und Depression.

 

Innere Zufriedenheit

Aus Sicht der Achtsamkeit entstehen Wohlbefinden und Zufriedenheit immer dann, wenn wir lernen, unangenehme Gefühle nicht zu vermeiden oder dem Glück nachzujagen, sondern zu akzeptieren, was sich gerade zeigt.

Indem wir eine beobachtende Haltung gegenüber unserem Geist und Körper einüben, können wir erkennen, wie wir auf Situationen reagieren. Dies führt dann dazu, dass wir mehr Abstand zu negativen Gedanken und Gefühlen entwickeln und uns zunehmend weniger mit ihnen identifizieren.

Am Ende führt diese Haltung dazu, dass wir gleichmütiger und gelassener mit herausfordernden Gedanken oder Gefühlen umgehen können, automatisierte Reaktionen ausbleiben und wir dadurch an Lebensqualität gewinnen.

Wenn wir also im Auto oder in der Bahn sitzen und Gedanken und Gefühle von Langeweile oder Einsamkeit wahrnehmen, können wir uns, anstatt uns abzulenken, diesen Empfindungen bewusst mit einer nicht wertenden, freundlichen Neugierde zuwenden.

Wir könnten uns fragen: Wie reagiert mein Geist genau auf diese Situation und welche Gefühle erlebe ich im Körper? Anstatt sofort zum Telefon zu greifen, können wir uns der aufkommenden Gedanken und Gefühle bewusstwerden und dann eine bewusste Entscheidung treffen, ob wir das Telefon überprüfen oder stattdessen bei dem sein wollen, was ist.

 

Verhaltensänderung

Je öfter wir diesen bewussten Umgang mit Gedanken und Gefühlen üben, je mehr gelingt es uns, achtsamer und aufmerksamer auf unangenehme Erfahrungen zu (re)agieren und sie als Gedanken und Gefühle zu akzeptieren, die wie alles im Leben vergehen werden.

Indem wir uns ihr Entstehen und Vergehen bewusst machen und es akzeptieren, reduzieren wir die Anziehungskraft von negativen Gedanken und Gefühlen auf uns. Wir lernen alles willkommen zu heißen und nichts wegzuschieben.

Die Entwicklung dieser Fähigkeit bedeutet, dass wir die Wahl haben, wie wir die Umstände, in denen wir uns befinden, angehen wollen.

Das wir es sind, die diese Situationen bestimmen und nicht die Situationen uns bestimmen und uns auf diese Weise zu unbewussten Reaktionen zwingen.

Dies wird letztendlich zu einem Leben mit mehr Sinn und Lebensqualität beitragen.

Wenn du lernen willst, wie man auf die o.g. Art und Weise mit Gedanken und Gefühlen umgeht, dann schau doch mal, ob es in deiner Umgebung eine/n MBSR Lehrer/in gibt.

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